Einordnung nach Datenblatt und Ausstattung – für wen sich das Gerät lohnt und für wen nicht.
Für wen dieses Set gemacht ist
Dieses Set ist für die Situation gedacht, in der du das Schnittmuster noch nicht gelesen hast. Reißverschluss ist nicht gleich Reißverschluss: Der in einer Jeans sitzt sichtbar, der in einer Kissenhülle liegt in der Naht, und der in einer Kleiderseitennaht soll gar nicht zu sehen sein. Jede dieser Varianten will einen anderen Fuß, und welchen du brauchst, weißt du meist erst, wenn das Projekt schon zugeschnitten auf dem Tisch liegt.
Fünf Füße in einer Packung nehmen dir diese Reihenfolge ab. Bemerkbar macht sich das an genau dem Abend, an dem du sonst aufhören müsstest, weil der passende Fuß fehlt. Angegeben ist das Set für Brother, Singer, Carina, Janome, W6 und weitere Haushaltsmaschinen. Eine Übersicht über die gängigen Bauarten gibt der Ratgeber Nähfüße erklärt.
Was die Varianten im Alltag bedeuten
Vier Bauarten sind benannt, und sie decken unterschiedliche Aufgaben ab.
- Unsichtbar und verdeckt: die Füße für Verschlüsse, die im Nahtbild verschwinden sollen. Sie führen die Zahnreihe beim Nähen, damit die Nadel direkt daneben einsticht. Ohne so einen Fuß bleibt zwischen Naht und Zähnen ein Streifen stehen, und der Verschluss ist eben nicht unsichtbar.
- Schmal: für Nähte, die dicht an der Zahnreihe entlanglaufen sollen, etwa in Hose oder Rock.
- Breit: für Verschlüsse, bei denen du bewusst etwas Abstand hältst, und für Kanten, die mehr Auflagefläche brauchen.
Edelstahl und Kunststoff im Materialmix heißt praktisch: Die Teile, die im Betrieb an der Zahnreihe entlangschaben, sind hart genug dafür, und das Set bleibt trotzdem leicht. Weil die Füße sich auf den ersten Blick ähneln, lohnt sich eine Probenaht an einem Reststück, bevor du am fertigen Teil ansetzt.
Wo die Grenzen liegen
Erstens: Wenn du zweimal im Jahr einen normalen Reißverschluss in eine Hose setzt, wirst du vier der fünf Füße nie anfassen. Ein einzelner schmaler Fuß erledigt diesen Fall vollständig, und das Set ist dann Vorrat, kein Werkzeug.
Zweitens sagt eine Markenliste nichts darüber, ob die Füße an deiner Maschine sitzen. Das hängt an der Fußaufnahme, also daran, wie ein Nähfuß bei dir überhaupt befestigt wird. Geklärt wird das vor der Bestellung an der Maschine und nicht hinterher an der Schachtel, sonst wandern gleich fünf Füße ungenutzt in die Schublade.
Drittens macht kein Fuß aus einem unsichtbaren Reißverschluss ein Anfängerprojekt. Diese Verschlussart verzeiht Ungenauigkeit deutlich schlechter als eine sichtbare Naht. Über das Ergebnis entscheidet mehr, ob du die Nahtzugaben vorher sauber gebügelt und den Verschluss ordentlich fixiert hast, als welcher Fuß gerade an der Maschine steckt. Und einen Verschluss aus einer fertigen Naht heraus einsetzen kann keiner der fünf, dafür wird die Naht immer erst geöffnet.
Was du dazu brauchst und wie du die fünf auseinanderhältst
Fünf Füße in einer Schachtel klingen nach Komfort, sind aber zuerst eine Sortieraufgabe. Die Bauarten unterscheiden sich an der Unterseite und nicht an der Silhouette: Die Füße für unsichtbare und verdeckte Verschlüsse haben Rillen, in denen die Zahnreihe läuft, der schmale und der breite Fuß eine glatte Sohle.
- Nahtverdeckte Reißverschlüsse als eigene Ware, denn sie sind nicht dasselbe wie ein normaler Verschluss, den du in eine Naht legst
- Reststoff in der Lagenzahl deines Projekts, um jeden Fuß einmal durchzuprobieren, bevor er ans fertige Teil kommt
- Ein Kästchen oder ein beschriftetes Fach, sonst liegen nach dem dritten Projekt fünf ähnliche Metallteile lose in der Schublade
- Ein Bügeleisen für die Nahtzugaben, weil ein flach gebügelter Beleg über das Nahtbild mehr entscheidet als die Wahl des Fußes
Ein Handgriff gehört zur Sortierung dazu: Notiere dir nach der ersten gelungenen Naht, welcher Fuß es war und für welche Verschlussart. Beim nächsten Projekt sparst du dir damit die komplette Probierrunde. Was rund um die Maschine sonst noch nachgerüstet wird, steht in der Kategorie Nähzubehör.
Im Vergleich zum Einzelfuß
Die Alternative im Sortiment ist der schmale Reißverschlussfuß von ZickZackNaehmaschine, ein einzelner Fuß für den Standardfall. Er setzt voraus, dass deine Maschine die Nadelposition nach rechts und links verstellen kann, und deckt sichtbare Reißverschlüsse ab, mehr nicht.
Die Frage ist also nicht Set gegen Einzelfuß, sondern welche Verschlussarten in deinen Projekten vorkommen. Nähst du Kissenhüllen, Hosen und Röcke, reicht ein Fuß. Stehen Kleider und Röcke mit unsichtbarem Verschluss in der Seitennaht auf der Liste oder wechseln deine Schnittmuster häufig, ist das Set der Weg, der dich nicht mitten im Projekt ausbremst.
Was das Set dagegen nicht mitbringt, ist Eindeutigkeit. Beim Einzelfuß gibt es nichts zu entscheiden, hier stehen zu Beginn jedes Projekts fünf ähnliche Teile zur Wahl, und die richtige Zuordnung sitzt erst nach ein paar Nähten. Wer das nicht mag und ohnehin nur sichtbare Verschlüsse näht, ist mit einem Fuß glücklicher.