Einordnung nach Datenblatt und Ausstattung – für wen sich das Gerät lohnt und für wen nicht.
Für wen dieses Set gemacht ist
Das ist das Set für den Anfang, und zwar für einen bewusst schmalen Anfang. Zehn Spulen Allesnäher in Basisfarben decken das ab, was in einem normalen Haushalt tatsächlich anfällt: Säume kürzen, Knöpfe annähen, aufgegangene Nähte schließen, ein Kissen zunähen, eine Hose flicken. Dafür brauchst du keine sechzig Farben, sondern eine Handvoll verlässlicher Töne.
Typische Käufer sind Einsteiger, die gerade ihre erste Maschine ausgepackt haben, und Haushalte, in denen die Maschine ein paar Mal im Jahr herauskommt. Auch als Nachschub neben einer größeren Farbsammlung funktioniert es: Die Grundfarben gehen immer zuerst leer, und genau die kaufst du hier gebündelt nach.
Wenn dein Problem dagegen lautet „zu diesem Stoff passt nichts, was ich habe", ist eine große Farbbox die richtige Antwort und nicht dieses Set. Und wer in einer Farbe meterweise durchnäht, braucht Vorratsspulen statt Standardlänge. Beides findest du in der Kategorie Nähzubehör.
Was die Ausstattung im Alltag bedeutet
Allesnäher ist keine Marketingfloskel, sondern die Bezeichnung für ein universelles Polyestergarn mittlerer Stärke. Praktisch heißt das: Ein Faden für Baumwolle, Mischgewebe, Futterstoff, Jeans, Jersey. Du musst nicht bei jedem Projekt neu entscheiden, welches Garn auf die Maschine kommt – für einen Einstieg ist das der wichtigste Vorteil überhaupt, weil eine Fehlerquelle wegfällt.
Polyester bringt außerdem eine leichte Elastizität mit. Die Naht gibt bei Belastung minimal nach, statt zu brechen, und deshalb funktioniert dieses Garn auch auf dehnbaren Stoffen, wo Baumwollgarn versagt. Beim Waschen schrumpft es praktisch nicht, die Naht bleibt also flach.
Je 100 Meter ist die Standardlänge einer Haushaltsspule und für den Zweck dieses Sets reichlich bemessen: Ein Hosensaum verbraucht ein paar Meter, ein angenähter Knopf fast nichts. Wer im Jahr ein Dutzend Reparaturen erledigt, kommt pro Farbe sehr lange aus – genau deshalb genügt für diesen Bedarf ein Zehnerset. Und der Markenname steht hier vor allem für gleichmäßige Zwirnung: Der Faden hat über die ganze Länge dieselbe Stärke und fusselt weniger, was direkt bedeutet, dass sich weniger Flusen im Greiferraum sammeln.
Wo die Grenzen liegen
Zehn Farben sind zehn Farben. Sobald du an gemusterten Stoffen, an Deko oder an sichtbaren Ziernähten arbeitest, wirst du regelmäßig danebenliegen und einzeln nachkaufen. Das ist kein Mangel des Sets, sondern der Preis der bewussten Beschränkung – wer Farbtreffer braucht, kauft eine große Box.
Zweitens ist Polyester nicht überall das ideale Material. Auf reiner Baumwolle glänzt es leicht, und beim Waschen arbeitet der Stoff, der Faden aber nicht. Bei sichtbaren Steppnähten auf Baumwolle, bei Patchwork und beim Quilten ist Baumwollgarn die sauberere Wahl.
Drittens sind 100 Meter für lange Nähte knapp bemessen. Eine Bettwäschegarnitur, lange Vorhänge oder ein durchgehend genähtes Kleidungsstück können eine Spule fast leeren, und der Unterfaden zieht zusätzlich Länge. Wer viel näht, greift besser zu großen Spulen. Und viertens: Ein gutes Garn korrigiert keine Einstellfehler. Wenn das Stichbild unsauber ist, liegt es fast immer an der Nadel oder der Fadenspannung, nicht am Faden.
Was du dazu brauchst
Das ist die Liste, die beim ersten Einkauf am häufigsten fehlt:
- Ein Nadelsortiment im System 130/705 H. Am Anfang sind gemischte Stärken die bessere Wahl als ein einzelnes Päckchen, weil du noch gar nicht weißt, welchen Stoff du am häufigsten vernähst. Nadeln sind Verschleißteile und keine Dauerbestückung.
- Ein Stück Reststoff zum Probenähen. Zwei Handbreit Naht auf demselben Material zeigen dir vor dem eigentlichen Projekt, ob Fadenspannung und Stichlänge passen – der Schritt, den Einsteiger am häufigsten überspringen und danach wieder auftrennen.
- Leere Unterfadenspulen im passenden Format für deine Maschine, damit du nicht ständig umspulen musst.
- Einen Nahttrenner und eine Schere, die ausschließlich Stoff schneidet.
- Eine Nähmaschinenbürste für den Greiferraum, damit sich dort keine Flusen festsetzen.
- Ein paar Meter mehr in deiner Hauptfarbe. Welche das ist, weißt du nach zwei Projekten – meist Schwarz oder Weiß. Diese eine Spule einzeln nachzukaufen ist günstiger, als das ganze Set doppelt zu holen.
Welche Nadel zu welchem Stoff gehört, steht ausführlich im Ratgeber zu Nähmaschinennadeln. Der Rest deiner Grundausstattung ist überschaubarer, als die meisten Startersets suggerieren.
Im Vergleich zu den Alternativen im Sortiment
Der direkte große Bruder ist das Gütermann Nähgarn-Set mit 20 Farben: gleiches Polyestermaterial, gleiche 100 Meter pro Spule, doppelt so viele Töne. Wenn du absehbar Kleidung nähst statt nur reparierst, ist die größere Palette den Aufpreis meistens wert, weil die Farbwahl über das sichtbare Ergebnis entscheidet.
Arbeitest du hauptsächlich mit reiner Baumwolle, nimmst du stattdessen das Gütermann creativ Set mit 20 Spulen Baumwollgarn. Und wenn du in wenigen Farben sehr viel nähst, sind die 24 Spulen à 914 Metern des Blessew Nähgarn-Sets die andere Logik: viel Faden pro Farbe statt vieler Farben.
Für reine Farbvielfalt zum kleinen Kurs bleibt das Alzetta Nähgarn-Set mit 64 sortierten Rollen die Ergänzung, nicht der Ersatz – als Reserve für den seltenen Ton, während das Markengarn die Arbeitsnähte übernimmt. Der Überblick steht in der Bestenliste bestes Nähgarn-Set.