Einordnung nach Datenblatt und Ausstattung – für wen sich das Gerät lohnt und für wen nicht.
Für wen die Wonder Clips gemacht sind
Diese Klammern sind das Original, an dem sich die Nachbauten messen lassen, und sie richten sich an dich, wenn dein Stoff nicht mitspielt. Clover nennt als Einsatzgebiet Vinyl, mehrere Stofflagen und schwere Stoffe. Das ist keine Werbeaufzählung, sondern die Beschreibung genau der Situationen, in denen leichte Klammern versagen: Kunstledertasche mit Verstärkung und Futter, Wachstuch am Umschlag, Cordhose beim Saumumlegen.
Bemerkbar macht sich der Unterschied in dem Moment, in dem du das Werkstück anhebst und zur Maschine trägst. Eine Klammer, die im Liegen hält, ist wertlos, wenn sie beim Drehen des Teils abspringt und die mühsam ausgerichteten Lagen wieder verrutschen. Der zweite Fall steht ausdrücklich im Datenblatt: Arbeiten an der Overlock. Dort nimmst du die Klammer erst kurz vor dem Messer ab, und bis dahin muss sie sitzen, ohne sich zu lockern.
Was Polycarbonat, Edelstahl und der feste Halt bedeuten
Zwei Materialien, zwei Aufgaben. Polycarbonat ist der Kunststoff für den Körper, ein zäher Werkstoff und kein sprödes Billigmaterial. Eine Klammer, die vom Tisch fällt oder unter das Fußpedal gerät, springt eher zurück, als dass sie splittert. Das klingt nach einer Kleinigkeit, bis du das erste Mal Bruchstücke aus dem Teppich sammelst.
Die Feder aus Edelstahl ist das Bauteil, das über die Lebensdauer entscheidet. Federn leiern aus, das ist bei jeder Klammer der Verschleißpfad. Edelstahl bringt zusätzlich mit, dass an feuchten Stoffen oder in einem kühlen Nähzimmer nichts anläuft und der Stoff keine Rostspur abbekommt.
Der ausdrücklich genannte Einsatz an der Overlock verrät die eigentliche Auslegung: Die Klammer sitzt fest genug, dass du sie erst im letzten Moment löst, und sie hält dabei mehrere Lagen, ohne dass du beim Führen des Stoffs an sie denken musst. Wer schon einmal versucht hat, drei Lagen Sweat mit einer schwächeren Klammer an der Overlock zu bändigen, kennt den Unterschied.
Wo die Grenzen liegen
Erstens: Für leichte Stoffe ist der Halt schlicht überdimensioniert. Wenn du überwiegend dünne Baumwolle, Popeline oder Futterstoff steckst, arbeitet eine günstigere Packung genauso gut, und das Geld ist in Garn oder Nadeln besser angelegt. Diese Klammern lösen ein Problem, das du bei leichter Webware gar nicht hast.
Zweitens: Der feste Halt macht das Abnehmen zur eigenen Arbeit. Jede Klammer muss einzeln gelöst werden, bevor sie unter den Nähfuß oder ins Overlockmesser läuft, und je fester sie sitzt, desto bewusster musst du die andere Hand vom Stoff nehmen. Wer im Takt näht, unterschätzt das. Dazu kommt: Auch diese Klammer erreicht nur die Kante. Eine Applikation mitten auf dem Vorderteil oder ein Reißverschlussband in der Bahn bekommst du damit nicht fixiert.
Drittens: Das Datenblatt nennt weder eine Stückzahl noch ein Maß. Wonder Clips werden in verschiedenen Größen und Packungsmengen angeboten, und die Angebote unterscheiden sich erheblich. Prüfe vor dem Kauf, wie viele Klammern in welcher Größe du tatsächlich bekommst, sonst hast du entweder zu wenige für eine lange Kante oder die falsche Bauform für enge Rundungen.
Was du dazu brauchst
Diese Klammern kaufst du für schwierige Stoffe, und schwierige Stoffe stellen weitere Anforderungen an den Rest der Ausstattung.
- Eine kräftigere Nadel. Kunstleder und mehrere schwere Lagen halten die Klammern zwar sauber zusammen, aber eine zu feine Nadel quittiert das mit Fehlstichen oder bricht. Jeans- oder Ledernadel gehören zum selben Projekt dazu.
- Ein Teflon- oder Rollfuß. Vinyl und beschichtete Baumwolle kleben unter dem normalen Metallfuß fest, und dann ruckelt der Transport genau dort, wo du sauber genäht hättest.
- Doppelseitiges Heftklebeband. Für alles in der Fläche, an das die Klammer nicht herankommt, also Reißverschlussbänder und aufgesetzte Taschen, ist Kleben bei beschichteten Stoffen die bessere Wahl als Stecken, weil auch Heftnadeln Löcher hinterlassen.
- Nachschub bei Verlust. Klammern gehen selten kaputt, sie verschwinden unter dem Tisch. Wer regelmäßig Taschen näht, ergänzt die Packung irgendwann.
Wie sich Klammern, Nadeln und Markierwerkzeug zu einer brauchbaren Grundausstattung fügen, steht im Ratgeber Nähzubehör-Grundausstattung.
Im Vergleich zu den Anpro-Klammern
Die naheliegende Alternative im Sortiment sind die Anpro Stoffklammern: 60 Stück in 27 x 10 Millimetern, ABS-Körper, Feder aus massivem Manganstahl und Markierungslinien bei 5, 7 und 10 Millimetern am Klemmmaul. Diese Skala ist ein echter Vorteil beim gleichmäßigen Nahtzugabe-Abstand, und die Menge ist von vornherein klar.
Der Unterschied liegt beim Lagenpaket. Die Anpro-Klammern kommen bei mehreren Schichten Volumenvlies oder dickem Kunstleder an ihre Grenze, die Wonder Clips sind ausdrücklich für Vinyl und schwere Stoffe ausgelegt. Nähst du überwiegend Kleidung aus Baumwolle und Jersey, nimm die günstigere Packung und leg dir Kreide dazu. Sind Taschen, Kunstleder und Arbeiten an der Overlock dein Alltag, greifst du hier von Anfang an zu dem Werkzeug, das für diese Lagen gebaut ist. Beide stehen in der Übersicht Nähzubehör.