Einordnung nach Datenblatt und Ausstattung – für wen sich das Gerät lohnt und für wen nicht.
Für wen die Bernette 48 Funlock gemacht ist
Diese Maschine ist für dich, wenn du beides willst und nur einmal Platz hast. Sie versäubert Kanten wie eine Overlock und legt den Coverstich, also den doppelten Saum mit der elastischen Kettelnaht auf der Rückseite. Damit deckt sie in einem Gehäuse ab, wofür sonst zwei Geräte nebeneinander stehen.
Bemerkbar macht sich das beim ersten selbst genähten Shirt aus Jersey. Du versäuberst Schulter-, Seiten- und Ärmelnähte, baust einmal um und säumst dann Ärmel, Saum und Halsausschnitt am Stück. Innen sieht das aus wie gekauft, und genau daran scheitert die Nähmaschine allein: Zickzack hält, wirkt aber nach Behelf, und eine Zwillingsnaht gibt an Bündchen zu wenig nach.
Der zweite Fall ist der Umstieg. Wer nur eine Haushaltsnähmaschine hat und weiß, dass Jersey und Sweat der Hauptstoff bleiben, spart sich mit der Kombimaschine die Entscheidung zwischen Overlock und Coverlock. Die Gegenüberstellung steht in der Liste der besten Coverlocks.
Was die Ausstattung im Alltag bedeutet
Der Overlockstich von 3 bis 7 mm beschreibt, wie breit die versäuberte Kante wird. Schmal für feinen Jersey und Bündchen, wo eine breite Kante hart aufträgt, breit für Sweat und ausfransende Webware.
Die Coverstiche in 2,8 und 5,6 mm sind die beiden Saumbreiten. Die schmale sitzt an Bündchen und dünnen Shirts, die breite an Shirtsäumen und dickerem Sweat. Anders als an der Nähmaschine bestimmst du die Breite über die Nadelpositionen, du setzt also Nadeln um, statt ein Rad zu drehen.
Der Combostich bis 10 mm verbindet Kettenstich und Overlockstich zur Sicherheitsnaht, wie sie in Jeans-Seitennähten sitzt. Stabil, aber kaum elastisch, und im Haushalt ruft sie fast niemand auf.
Der wichtigste Punkt ist der stufenlos während des Nähens verstellbare Differentialtransport. Du korrigierst die Wellenbildung in dem Moment, in dem sie entsteht, statt die Naht hinterher aufzutrennen. Bei Feinstrick, der sich zusammenschiebt, funktioniert es in die andere Richtung genauso.
Wo die Grenzen liegen
Erstens, der Kompromiss jeder Kombimaschine: Sie kann beides, aber nie gleichzeitig. Der Wechsel zwischen Overlock- und Coverbetrieb bedeutet Messer wegklappen, Stichplatte oder Stichfinger tauschen, Nadeln umsetzen und alle Fadenwege neu legen. Das kostet jedes Mal Zeit, und es wird auch mit Routine kein Handgriff nebenbei.
Zweitens arbeitet sie ausschließlich an der Kante und am Saum. Alles, was mitten in der Fläche passiert, vom Knopfloch über den eingenähten Reißverschluss bis zum Abnäher, bleibt Sache der Nähmaschine. Die Funlock ist die zweite Maschine im Haushalt, nie die erste.
Drittens ist sie für reine Webware weitgehend überflüssig. Wer Baumwolle, Leinen, Taschen und Tischwäsche näht, braucht den Deckstich fast nie, weil dort keine dehnbaren Säume anfallen.
Viertens verlangt sie Einarbeitung. Fadenspannungen, Nadelabstände und Transport greifen ineinander, und ohne Probenaht nach jedem Umbau produzierst du den Fehler direkt am fertigen Teil.
Was du dazu brauchst
Der Verbrauch wird bei Kombimaschinen unterschätzt, weil beide Betriebsarten Garn ziehen und du bei jedem Umbau ohnehin neu einfädelst.
- Konen statt Haushaltsrollen. Rechne mit mindestens vier gleichen Garnkörpern je Farbe, sonst bekommst du weder den vierfädigen Overlockstich noch einen breiten Deckstich vollständig bestückt. Passende Sätze stehen in der Übersicht zum Overlockgarn.
- Bauschgarn für die Greifer. Das texturierte Garn plustert sich auf und legt sich weich über die Kante. An Halsausschnitten ist das der Unterschied zwischen tragbar und kratzig.
- Nadeln als Verschleißteil. Covermaschinen verlangen häufig ein eigenes Nadelsystem mit längerem Kolben, oft ELx705. Was im Cover- und was im Overlockbetrieb gilt, steht im Handbuch.
- Fadennetze, Pinsel, Pinzette. Glatte Konen rutschen sonst ab, Fadenstaub sammelt sich unter den Greifern, und die engen Fadenwege legst du mit der Pinzette deutlich schneller.
Plane außerdem Reststoff für Probenähte ein. Die Reihenfolge im Fadenweg erklärt der Ratgeber zum Einfädeln.
Im Vergleich zu den Alternativen im Sortiment
Die günstigere Kombimaschine im Sortiment ist die Singer 14T968DC. Sie arbeitet mit bis zu fünf Fäden, legt ebenfalls den doppelten Deckstich, und ihre voreingestellten Fadenspannungen nehmen am Anfang die meiste Einstellarbeit ab. Einen Differentialtransport hat sie auch, als stufenlos während des Nähens verstellbar ist er allerdings nur bei der Funlock ausgewiesen. Nimm die Singer, wenn du schnell zu brauchbaren Nähten kommen willst, die Funlock, wenn du auch schwierige Stoffe im Griff behalten möchtest.
Die Gegenrichtung sind die reinen Covermaschinen. Die Brother CV3550 säumt nur, dafür ohne jeden Umbau und mit 155 mm Durchgangsbreite für Ärmel und schmale Hosenbeine. Die Janome CoverPro 3000P geht mit drei Nadeln, doppelseitigem Top-Cover und Kugellagern weiter in Richtung Vielnäher. Beide setzen voraus, dass du das Versäubern schon mit einer eigenen Overlock gelöst hast.
Daraus folgt die klarste Regel dieser Klasse: Ohne vorhandene Overlock ist die Funlock richtig. Mit Overlock kaufst du besser eine reine Covermaschine dazu.